Montag, 15. Juni 2009

Wochenende

Vergangenes Wochenende besuchten wir unsere Claudia (älteste Tochter) und Patrick. Es war ein wunderschönes, entspanntes, tolles Wochenende. Allerdings erlebte ich wieder eine Irritation mit meinem Stoma. In der Nacht von Samstag auf Sonntag drückte ich schlafenderweise den Beutel auf. Den Rest könnt ihr Euch ausmalen! Griff zum Stoma, nasses Pyjama, kurzer Fluch, aufstehen, duschen, Bettwäsche und Pyjama wechseln – versuchen weiterzuschlafen. Ich lag noch einige Zeit wach. Im Gegensatz zum ersten Ereignis reagierte ich relativ gelassen. Ich konstatierte, dass diese Unsicherheit nun offenbar zu mir gehört. Was will ich? Will ich, dass dieses Stoma mein Leben in Zukunft bestimmt oder bestimme ich mein Leben? Ich entschied mich eindeutig für letztere Variante. Also werde ich einen Weg finden müssen, um all diese möglichen Unliebsamkeiten minimieren zu können:
- Hosenträger heben den Druck des Gurtes auf das Stoma auf!
- Regelmässigere Kontrolle und häufiger Wechsel des Beutels.
- Immer Ersatzwäsche mitnehmen.
- Moltoneinlage für das Bett mitnehmen.
- Stoma gehört zu mir und ist ein Teil von mir!
Mit dieser Entscheidung kann ich gut leben. Ich fühle mich ruhiger, gelassener und sicherer.
Herzlich Peter

Kommentare:

Katrin Bergmann hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Katrin Bergmann hat gesagt…

Hallo Peter,

das hört sich gut an: das Leben bestimmen und sich nicht bestimmen lassen...
Dir die liebsten Gedanken und ganz liebe Grüße,
Katrin

Barbara hat gesagt…

Lieber Peter,

in der Erziehungswissenschaft gibt es eine Theorie, die besagt Folgendes:

Es gilt,
das zu verändern,
was wir verändern können.

Aber
wir müssen auch mit dem leben,
was wir nicht verändern können.

Brauchbarer Denkansatz für jede Lebenssituation, vermute ich.

Es war klar, dass jemand wie du auch dieses Problem wird lösen können.

Ich freu mich für dich und deinen veränderten Zugang zu dir in der Welt, in der Unzulänglichkeiten und Angemessenheiten gleichförmig ins Leben träufeln.

herzliche Grüße und weiterhin die allerbesten Genesungswünsche !!
Barbara

Barbara hat gesagt…

Als P.S. wage ich heute übrigens die Idee eines wasserdichten, ärmellosen Schwimm - bzw. Tauchanzuges mit angeschnittenem Bein nachzuschicken.

Als Akuthilfe und als Auffangnetz bei Drahtseilakten wie Opernbesuche oder Vorträge, bei denen dir nicht nach einer Suche für Erklräungsmodelle ist...

Wir wollen alle lieber gar nicht wissen, was der Rest der Besucher unter ihrer Kleidung trägt . . . ausser die Oper ist langweilig und die Fantasie reist zu sehr davon . . .

Einen Versuch würde ich wagen - theoretisch wirkt das als Problemlösung in schwierigen Situationen zu taugen.

Thomas Gutzwiller hat gesagt…

Lieber Peter

Der letzte Bericht hört sich ermitigend an. Es lässt sich gut mit einem Stoma leben. Und wenn Du es akzeptierst, dann wirst Du auch mit den Unannehmlichkeiten, die damit verbunden sind, besser fertig.
Mach weiter so!

Ganz liebe Grüssse und bis bald,

Thomas