Sonntag, 10. Januar 2010

Erinnerung

Es war vor einem Jahr, als ….
Sorgfältig lesen wir die Einträge im Blog und die persönlichen Aufzeichnungen von Maria, so wie sie vor einem Jahr entstanden sind. Wir reden viel miteinander und spüren eine grosse Betroffenheit. Vieles kam zum Glück so anders, wie vorhergesagt. Wir möchten diese erlebte Zeit mit ihren vielen schönen und emotionalen Begegnungen nicht missen. Wir sind dankbar für das, was heute ist und leben unser Leben so, wie es uns möglich ist. Wir werden das vor uns liegende Jahr auskosten, die Grenzen der Möglichkeiten ausloten und leben.
Herzlich Peter

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Kontrolluntersuchung

Wie geplant erfolgte eine erneute Bestimmung des Tumormarkers. Interessanterweise nahm ich es eher gelassen, fühle ich mich doch physisch und psychisch ausgesprochen gut. Wir kamen auch just aus den Ferien zurück. Wir verbrachten 10 Tage im Oman und erlebten in der Wüste (Wahiba Sands) einen Sand- und Gewittersturm aussergewöhnlichen Ausmasses. Wir lagen abseits jeder Zivilisation in unserem Zelt und warteten buchstäblich, bis sich die Laune der Natur wieder beruhigt hat. Es war ein herrliches Ereignis! Getragen von unauslöschlichen Erlebnissen erfuhr ich dann, dass sich der Tumormarker von 70 um weitere 60% auf 32 reduziert hat. Diese Meldung freute mich riesig. Offenbar sind die Tumoraktivitäten eingeschränkt und entwickeln sich nicht. Das ergibt neue Perspektiven und das Zeitfenster wird grösser. Für uns war das Weihnachten. Fest der Freude! So jedenfalls sehe ich es im Moment für mich.

Mit einer tiefen Zufriedenheit und einem ganz speziellen Glücksgefühl beende ich dieses für mich äusserst schwierige Jahr im Bewusstsein, dass in wenigen Tagen vor einem Jahr eine persönlich sehr anspruchsvolle Zeit begann. Ich werde sie im Rückspiegel anhand der Blogeinträge nochmals durchleben. Ich wünsche Euch allen von Herzen frohe Festtage.

Herzlich Peter

Montag, 9. November 2009

PET-CT-Bericht

Das PET-CT ist erfreulich gut ausgegangen. Der Tumor ist weiterhin rückläufig und stark reduziert. Wir sind so verblieben, dass ich gegen Ende Dezember eine weitere CEA-Bestimmung vornehmen lasse und ein Kontroll-PET-CT auf Januar festgelegt wurde. Ich möchte hart am Ball bleiben und freue mich über diese positive Entwicklung über alle Massen. Meine Situation lässt sich wie folgt umschreiben: Vom Guckloch zur Fensterfront!

Herzlich Peter

Montag, 12. Oktober 2009

Zwischenstand

Ich bin etwas schreibfaul geworden! Auf der einen Seite ist es ein gutes Zeichen, auf der an-dern Seite besagt es, dass sich die Erfahrungen wiederholen. Die Chemowoche (letzte Woche) war heftig und ich beginne mich wieder aufzubauen. Diese Woche nun erfreue mich einer gu-ten Konstitution. Die Zeiten der Waldläufe liegen wieder bei 5,5 km pro Stunde. Nächste Wo-che erhalte ich die vorläufig letzte Chemo. Danach ist ein PET-CT (03.11.09) angesagt und die Besprechung auf den 09. November 2009 festgelegt. Danach werde ich weiter sehen. Wenn alles so läuft wie bis anhin, dann werde ich erst wieder nach der Besprechung einen nächsten Blog formulieren – Blogferien, nennt man das!

Herzlich Peter

Mittwoch, 23. September 2009

Chemotherapie

In einem festen Rhythmus von zwei Wochen erfolgt die Chemotherapie. Die angehängte Pumpe leert sich in 48 Stunden. Die Beschwerden sind nicht unerheblich.

Physische Veränderungen:
- Schleimhautreizung (Nase tropft, Augen tränen)
- leichte bis mittlere Übelkeit
- mittlere Kopfschmerzen
- Schlafstörung in der ersten Nacht
- Müdigkeit
- kratziger Hals
- Blähungen
- erst Verstopfung, dann Durchfall
- trockene Fingerkuppen

Psychische Beeinträchtigung:
- stark reduzierte Lebensqualität
- Konzentrationsbeeinträchtigung
- fühle mich krank, bin krank
- denke vermehrt an Sterben und Tod
- weiss um die begrenzte Zeit, macht nachdenklich
- freue mich auf das Ende der Therapie

Weg:
Alle Veränderungen möchte ich nicht der Chemotherapie zuschreiben. Aber sie sind und belasten mich. Diese Zeit der Belastung ist auf die Zeit der Therapie begrenzt. Ich freue mich über die andern 12 Tage, in denen ich wieder zu meiner Art des Lebens und Seins zurück finde. Dort spüre ich den Puls der Natur, dort tanke ich die Kraft, um die körperlichen und seelischen Einschränkungen tragen zu können, sorgsam und liebevoll unterstützt durch Maria, meine Kinder, deren Partner und natürlich Cora (mein Enkelkind), die mich noch nicht wirklich wahr nimmt.

Herzlich Peter

Dienstag, 1. September 2009

Unglaublich

Die heutige Besprechung des CT hat ergeben, dass der Tumor nicht weiter gewachsen ist und die Implantationsmetastase ist verkalkt. Letzteres bedeutet, dass sie dadurch inaktiv wird. Die Therapie greift also. Mit grosser Freude nehme ich davon Kenntnis. Wir entschieden, die Chemotherapie bis Ende Oktober weiterzuführen. Danach erfolgt eine neue Standortbestimmung.

Die Anspannung ist der Freude gewichen. Das besagte Zeitfenster erfährt einen neuen Rahmen. Die Aussicht erweitert sich. Es ist ein unglaubliches Gefühl.

Herzlich Peter

Sonntag, 30. August 2009

Spannendes Wochenende

Nach einer langen Woche des Wartens ist am Samstag unsere Enkelin Cora mit 3100 gr und 47 cm auf dieser Welt angekommen – ein süsses Baby, herzig und einfach überwältigend. Es ist ein unglaubliches Gefühl, dieses kleine Geschöpf in den Armen zu halten, ihre ersten Töne zu hören und sie blinzeln zu sehen. Cora ist herzlich willkommen und wir freuen uns über jeden Kontakt zu ihr. Den Eltern geht es gut und sie sind überglücklich.

Erfreulicherweise hat sich auch der Tumormarker bewegt. Er ist von 103 über 20% auf 84 gesunken. Das wiederum heisst, dass die derzeitige Therapie anspricht und das Tumorwachstum gestoppt werden kann.

Wir freuen uns sehr über dieses Wochenende der Entspannung, wenn gleich in emotionaler Hinsicht unglaubliches geschehen ist.

Herzlich Peter